Brustvergrößerung via Twitter

re:health
re:publica 2015

Short thesis: 

Eine Zeit lang hat das Twitter-Account @ArztbewertungDI automatisiert neu eingestellte Einträge auf einem großen deutschen Arztbewertungsportal in einen Tweet umgewandelt. Die letzten 2 Tweets handeln von: Brustvergrößerungen. Zufall?! Den Twitter-Feed runtergescrollt & ausgewertet: etwa 20% der Tweets fallen auf „Schönheits-Operationen“, nur 3,7% betreffen Besuche beim Hausärzte. Merkwürdig?! Wie nicht nur Körperregionen sondern auch Bewertungsvolumina „legal“ aufgehübscht werden, erklärt die Session.

Description: 

Sicherlich ist der Schritt zur Schönheitsoperation überlegt. Der Patient informiert sich vorab und dies natürlich auch im Internet. Dabei landet sie oder er zwangsläufig auf den Bewertungsportalen. Genauso wie man sich vor dem Kauf in einem Online-Shop die Kommentare von anderen Kunden durchliest, werden sicherlich auch die Arztbewertungen der Schönheitschirurgen gelesen. Vermutlich sogar noch intensiver: während man das Buch von Amazon oder den Schuh von Zalando bei Nichtgefallen einfach wieder zurück senden kann, bleibt die Schönheits-OP ein "einschneidendes" Erlebnis.

Plastische und Ästhetische Chirurgen haben auf Arztbewertungsportalen in der Regel mehrere Hundert, die "Spitzenreiter" über Tausend Bewertungen. Der eigene Hausarzt hingegen hat nicht mal eine Hand voll. Sind die Einen einfach besser und bekommen deshalb von den Patienten mehr Bewertungen?

Die "Spitzenreiter" von Portal A sind oft auf anderen großen Bewertungsportalen nur mit ganz wenigen Bewertungen vertreten. Anders rum gibt es Ärzte, die auf Portal A wenige Bewertungen haben, dafür aber auf anderen Portalen Spitzenpositionen einnehmen. Wie geht das?! Schreiben sich die Ärzte ihre Bewerbungen selber?! Nicht auszuschliessen, aber wir sind hier nicht bei ebay! Es gibt andere, elegantere Wege.

Das Grundprinzip dahinter ist so einfach wie banal: ein Arzt ist stark auf dem Portal, bei dem er ein kostenpflichtiges Premium Account unterhält. Aber was sind das denn für durchgreifende

Services, die es dort für schlappe 99 Euro im Monat gibt?!

Diese Session richtet sich als letzte Chance an

  • Leute, die „sich gerade eine guten Chirurgen im Internet gesucht haben“,
  • ärztliche Kollegen, die auch „oben mitmischen“ wollen und
  • Bewertungsportalbetreiber jeglicher Art, die noch ein paar perfide, Tricks (von namenhaften Ärzten getestet!) auf dem Weg zu glücklichen, brav-zahlenden Premium-Kunden brauchen. 
STG-10
Thursday, May 7, 2015 - 18:00 to 18:30
German
Talk
Beginner

Tracks

Tracks: 

Speakers

Programme Adviser & Moderation "re:health"