Music Tech: Wie Musik die Stadt verändert

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Berlin und elektronische Musik – das passt. Hier treffen Soft- und Hardware-Firmen wie Ableton oder Native Instruments auf Künstler und bilden die Basis einer lebendigen Clubkultur. Die Musiker in den Clubs fungieren als Beta-Tester für technische Innovationen. So leisten sie ihren Beitrag, dass sich die Music-Tech-Branche im besonderen Mikroklima Berlins stetig weiterentwickelt. Doch diese Entwicklung ist bedroht.

Auf dem Panel diskutieren VertreterInnen unterschiedlicher Förderprojekte über die Chancen der Berliner Musikszene. Mit The Venue hat der Axel-Springer-Verlag ein Projekt geschaffen, um MusikerInnen und Music-Tech-Start-ups miteinander zu vernetzen. Sie werden hundert Tage lang intensiv gefördert: mit Workshops, Seminaren und finanzieller Unterstützung. Im Gegenzug ist der Verlag am Erlös der KünstlerInnen und Start-ups beteiligt. Parallel fördert das vom Berliner Senat getragene Projekt Musicboard PopmusikerInnen mit Stipendien. Außerdem wird derzeit ein Music-Tech-Netzwerk aufgebaut, das die Interessen und Forderungen der Szene bündeln soll.

Doch neben der Musikszene siedeln sich in Berlin Start-ups aller Art an. Sie könnten zur Bedrohung für die lokale Musikszene werden. Wie in Seattle, San Francisco, New York und Lissabon – Städte, in denen Musiker durch Gentrifizierung verdrängt werden. “In Lissabon hat es nicht geklappt, dass Musik und Start-ups Seite an Seite stehen, denn Start-ups sind finanziell stärker”, sagte Michail Stangl von Boiler Room.

Ähnliches passiere derzeit in Berlin: Clubs werden geschlossen, weil die Mieten nicht mehr tragbar sind, Proberäume und Treffpunkte werden langsam in die Außenbezirke der Stadt verdrängt. Die Stadt habe zu lange geschlafen und zu viele Grundstücke verkauft, statt die Künstlerszene im Zentrum zu halten, so die Meinung auf dem Podium. Noch sei Berlin ein Magnet für Künstler aus aller Welt. Die Szene müsse aber mehr gefördert werden, wenn Berlin seinen Status als Zentrum der elektronischen Musikszene nicht verlieren will.

von Johanna Kleibl (EJS) und Christina Spitzmüller (EJS)

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