Love Out Loud for Refugees

Love out Loud for Refugees Talk

Love out Loud for Refugees Talk

Etwa 900.000 Flüchtlinge erreichten 2015 die deutsche Grenze. Seitdem sind hierzulande Hunderte Projekte und Initiativen entstanden, um Schutzsuchenden eine Perspektive zu bieten. Was sind die Bedürfnisse von Flüchtlingen in Deutschland, zwei Jahre nach ihrer Ankunft? Die Start-upper Maxie Lutze, Henriette Schmidt und Ferdinand Dürr fanden in ihrem Talk “Love Out Loud for Refugees” Antworten.

“Connect, Support, Make a Change“ lautet das Motto der Nachbarschafts-App “Konfetti”. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Sportveranstaltungen und Kochen will die App neue und alte Bewohner von Nachbarschaften zusammenbringen. “Wir wollen ein Immunsystem gegen Hate Speech schaffen und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen minimieren“, sagt Maxie Lutze. Bislang arbeitet "Konfetti" allerdings noch als Prototyp.

Ähnliche Serviceleistungen bietet das Projekt “WeFugees”. Auf dem Onlineportal können Geflüchtete Fragen stellen, Antworten finden sowie anderen Flüchtlingen bei Fragen helfen. Die Themen hätten sich im Laufe der zwei Jahre verändert, erzählt Henriette Schmidt, Mitgründerin von “WeFugees”. Waren es 2015 noch eher juristische Angelegenheiten, tauchten jetzt vermehrt Fragen nach der Bewältigung der Steuererklärung oder nach Kitaplätzen für Kinder auf.

Insgesamt müsse jetzt weniger auf Problemlösungen gesetzt werden: “Heute ist Hilfe zur Selbsthilfe wichtiger“, sagt Schmidt. “Jetzt geht es darum, die Geflüchteten auch mal ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen.“

“Niemanden interessiert, was de Maizière sagt“

Häufig gingen spezielle Initiativen vom Berliner Senat an den wirklichen Bedürfnissen der Geflüchteten vorbei, findet Henriette Schmidt. Genauso sei die politische Debatte um eine deutsche Leitkultur realitätsfern. “Niemanden interessiert, was Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt“, so Schmidt beim Talk. Seine Forderung nach einer deutschen Leitkultur und die Debatte darum habe keinen direkten Einfluss auf ihre Arbeit bei “WeFugees”.

Laut Ferdinand Dürr vom Projekt “Adopt a Revolution” würden viele Syrer beim Stichwort “Leitkultur“ nur den Kopf schütteln. Er unterstützt seit mehr als fünf Jahren die Zivilbevölkerung in Syrien. Von Deutschland aus senden Aktivisten etwa Geld sowie gebrauchtes IT- und Schulmaterial in das Land. Gleichzeitig wollen Dürr und sein Team Stimmen der syrischen Zivilgesellschaft hörbar machen.

von Rachelle Pouplier (EJS), Theresa Krinninger (EJS)

Bildnachweis: Theresa Krinninger

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